Aktuelles

Alle Patenfamilien sind nach Taifun Mangkhut wohlauf.

Gepostet am Sep 16, 2018

16.09.2018; Manila; Philippinen: Über die Philippinen ist am Wochenende ein starker Taifun mit dem Namen Ompong (Internationaler Name Mangkhut) gezogen. Dies ist mittlerweile der 15. Taifun in diesem Jahr und war dazu der stärkste. Vor allem im Norden der Inselgruppe hat er weite Landstriche verwüstet. Es kam auch zu Toten durch Erdrutsche, die aufgrund der heftigen Regenfälle abgingen. Allen maninoy-Patenkindern und ihren Familien geht es gut. Vor allem die Patenkinder in Manila waren betroffen, aber außergewöhnliche Zerstörungen blieben in der Hauptstadt glücklicherweise aus. Weitere Infos erhalten sie hier...

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Station 7: Mit Kindern in Manila ein Straßenfest feiern

Gepostet am Aug 28, 2018

26. August 2018; Manila; Philippinen. Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen. – Aus Pakistan Zum Abschluss unserer Projektreise auf den Philippinen besuchten wir die maninoy Patenkinder in Manila. Für drei Tage wohnten wir im Haus der maninoy-Koordinatorin in einem Viertel, in dem viele arme Familien leben. So spürten wir am eigenen Leibe, wie man in einer Millionenstadt unter Umständen lebt, in denen selbstverständliche Dinge wie fließendes Wasser, eine funktionierende Kanalisation, eine gute Schulausbildung oder eine ausgewogene Ernährung etwas Besonderes sind. Wie beim letzten Besuch vor fünf Jahren war für mich auch diesmal die größte Herausforderung die Enge, in der die Familien leben. Das Viertel ist von einer schmalen Gasse durchzogen, in die ein Auto nicht fahren kann. Die Häuschen und Hütten stehen auf engstem Raum. Hier leben sechsköpfige Familien in einem Zimmer von 20 Quadratmetern. Bad, Toilette und Küche mitgerechnet. Für Tische und Stühle ist dort kein Platz mehr. Gekocht und gegessen wird auf dem Boden oder der Schlafmatratze. In dieser Enge machen die Kinder auch ihre Hausaufgaben, die Eltern waschen die Wäsche und kochen. Auf 20 Quadratmetern spielt sich das gesamte Familienleben ab, die einzige Rückzugsmöglichkeiten gibt es nicht. Selbst wenn durch Kochen keine zusätzliche Wärme in den engen Zimmern entsteht, klebt im feucht-heißen Klima Manilas die Kleidung nach kürzester Zeit am Körper. Kühlende Luftzüge gibt es nicht und Fenster haben die Hütten nur auf der Gassenseite. Hinzu kommen unzählige Kakerlaken und Denguefieber übertragende Moskitos. An eine Lebenssituation, in der ein Durchschnittsdeutscher es schnell mit Platzangst zu tun bekommen würde, haben sich die Bewohner des Viertels, wie auch die Menschen in ähnlichen Elendsvierteln anderer Großstädte in bewundernswerter Weise angepasst. Da aber unter solchen Bedingungen der Geduldsfaden der Eltern schnell überstrapaziert werden kann, halten sich die Kinder vorzugsweise in der Gasse auf. Einmal im Monat an einem Sonntag lädt maninoy alle Kinder des Viertels zu einem Mittagessen ein und unterstützt damit das ‚Feeding Program‘ der örtlichen Schulen zur Nahrungsergänzung bedürftiger Kinder im Viertel. Um den Kindern außerdem eine bessere Schulausbildung zu ermöglichen, sucht maninoy für diese Kinder Paten. Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich auf unserer Webseite informieren oder eine E-Mail an maninoy@email.de schreiben. Zum 10-jährigen Jubiläum von maninoy wurden die über 100 Kinder, die in dieser Gasse wohnen, zum Haus der Koordinatorin eingeladen. Es gab Spiele, Spaghetti aus großen Töpfen und als Geschenk für jedes Kind Schulhefte und Schreibstifte. Ein besonderer Tag und eine besondere Reise, die mit strahlenden Gesichtern und Kinderlachen zu Ende...

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Station 6: Von leeren Mägen und übervollen Klassenzimmern

Gepostet am Aug 23, 2018

17. August 2018; Sipalay City, Negros; Philippinen. Bildung ist der Pass für die Zukunft, denn das Morgen gehört denen, die sich heute darauf vorbereiten. – Malcom X Unsere sechste Station war Sipalay an der Westküste von Negros in einer relativ unterentwickelten landwirtschaftlich geprägten Region. In der Vergangenheit hatte maninoy-Koordinatorin Angelita bereits in dieser Gegend zu tun und kannte sich daher gut aus. Die Schulleitung der ortsansässigen Grundschule und der benachbarten High School freuten sich über unseren Besuch und die Möglichkeit über eine Schulpartnerschaft die Bildungsinfrastruktur der eigenen Schule zu verbessern. Durch das starke Bevölkerungswachstum platzen viele philippinische Schulen quasi aus allen Nähten. Das Bevölkerungswachstum ist im Vergleich zu den Nachbarstaaten relativ hoch. Jede Frau bekommt auf den Philippinen im Durchschnitt drei Kinder. Das ist doppelt so viel, als in Deutschland. Wenn mit der Zunahme der Schulkinder nicht in gleichem Maße die Ausgaben für die Bildung steigen, wird die Qualität der Bildung vor allem für die ärmere Bevölkerung, die sich Privatschulen nicht leisten kann, sinken. In Sipalay hat uns die Schulleitung dieses Problem vor Augen geführt. In Klassenzimmern, die kleiner sind, als in deutschen Schulen sitzen teilweise bis zu 70 Schüler. Das sind mehr als doppelt so viele Schüler, als in Deutschland. Da die vorhandenen Stühle aber nur für die Hälfte der Schüler reichen, müssen sich zwei Schüler einen Stuhl teilen. Schultische finden in diesen Klassenzimmern gar keinen Platz mehr. Die Schüler schreiben entweder auf kleinen an den Stühlen angeschraubten Holzbrettern oder Metallplatten, wie manche das noch aus dem Musikunterricht kenne oder sie schreiben unbequem auf den Oberschenkeln. Wie gut die Lernerfolge in solch überfüllten Klassenzimmern bei tropischen Temperaturen sind, kann man sich vorstellen. Zusätzlich zu dieser Situation berichtete uns die stellvertretende Schulleiterin der Sipalay High School von einer weiteren Problematik. Von Schülern, die sich zwar morgens zu Unterrichtsbeginn auf dem Schulgelände aufhalten, aber nicht zum Unterricht erscheinen, da sie sich von Hunger getrieben erst noch irgendwo ein Frühstück erbetteln müssen. Die erste allmorgendliche Aufgabe der Konrektorin ist es deshalb, diese hungrigen Schüler, deren Eltern sich das Frühstück für die eigenen Kinder nicht leisten können, einzusammeln und ihnen ein Frühstück zu spendieren. Auf Wunsch der Leitung beider Schulen werden nun von maninoy weitere Stühle angeschafft, so dass zumindest jeder Schüler einen eigenen Sitzplatz in seinem Klassenzimmer hat. In der Grundschule wird mit zusätzlichen Stühlen ein spezielles Klassenzimmer für die Leseförderung ausgestattet, das zuvor aufgrund fehlender Stühle und Lehrmittel nur als Abstellraum benutzt wurde. Auch gibt es in der Sipalay-Grundschule renovierungsbedürftige Klassenzimmer mit löchrigen Dächern ohne eine Schultafel oder sonstige Lehrmitteln, in denen momentan ein Unterricht nicht möglich ist. Auch hier wird maninoy der Schulleitung unter die Arme greifen und beim Renovieren helfen. Um Kindern armer Familie den Schulbesuch ermöglichen zu können, suchen wir Paten. Wer eine Patenschaft für Schüler auf den Philippinen übernehmen möchte, kann sich dazu auf unserer Webseite informieren oder einfachen eine E-Mail an maninoy schreiben: maninoy@email.de...

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Station 5: Mit Patenkindern ein Jubiläum feiern

Gepostet am Aug 21, 2018

12. August 2018; Tanjay City, Negros; Philippinen. Sich zu vereinen, heißt teilen lernen. – Richard Freiherr von Weizsäcker In diesem Sinne luden wir alle Ausbildungspaten und Eltern der Patenkinder, alle philippinischen Helfer und Unterstützer zum 10-jährigen Vereinsjubiläum von maninoy – www.maninoy.de – ein. Als besonderen Ort hatten wir ein philippinisches Erlebnisbad im nahen Tanjay City ausgesucht. Die Augen der Kinder, besonders der Kinder aus den entlegenen Bergregionen waren groß, denn an Orte wie diesen gelangen die Bergbauern-Familien normalerweise nicht. Umso mehr freute es uns, den Kindern diesen Tag mit Spiel und Spaß zu spendieren und anhand der Beiträge in den sozialen Medien kann man erkennen, dass er für alle etwas Besonderes war. More Power, maninoy und ein herzliches Dankeschön, an alle, die uns die vergangenen zehn Jahre so tatkräftig und engagiert unterstützt haben!...

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Station 4: Zu Besuch beim Bergkindergarten in Tacalan

Gepostet am Aug 19, 2018

11. August 2018; Tacalan, Bais City, Negros; Philippinen. Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern. Sie ist der große Motor der persönlichen Entwicklung. Es ist durch Bildung, dass die Tochter eines Bauern Ärztin, der Sohn ein Vorarbeiter im Bergbau, oder der Sohn eines Landarbeiters Präsident einer Nation werden kann. Das größte Problem in der Welt ist Armut in Verbindung mit fehlender Bildung. Wir müssen dafür sorgen, dass Bildung alle erreicht. – Nelson Mandela Unsere vierte Station war das kleine entlegene Bergdorf Tacalan, das umringt von dichter tropischer Vegetation inmitten bewaldeter Hügel, aber auch kahlgeschlagener, der Erosion preisgegebener Berghänge liegt. Bildungsarbeit beginnt bekanntlich schon in der frühesten Kindheit. Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Seit zwei Jahren unterstützt maninoy den Kindergarten in Tacalan und hat diesen mit Stühlen und Tischen ausgestattet. Zuvor hatten die Kinder keine Sitzmöglichkeiten. Zum Spielen braucht es das auch nicht, aber spätestens für die Vorschule auf den Philippinen, wo beispielsweise das richtige Halten von Stiften erlernt wird, ist es wichtig, auf einem Stuhl an einen Schreibtisch in geeigneter Höhe zu sitzen. Außerdem ist man in den einfachen Häusern in tropischen Bergdörfern auf dem oftmals nur gestampften Fußboden auch immer in bester Gesellschaft verschiedenster sechs- und achtfüßiger Gefährten. Auf unseren Besuch wartete auch der Ortssprecher der Gemeinde, um uns einzuladen, weitere Bildungseinrichtungen in seinem Verwaltungsbereich zu unterstützen. Viele Kindergärten und Schulen in seiner Gemeinde seien in mangelhaftem Zustand. Diesen Vorschlag nahmen wir gerne auf, aber erklärten, dass für maninoy politische Unabhängigkeit bei der Entwicklungszusammenarbeit an oberster Stelle steht. Gerade in Entwicklungsländern wird man gerne von der einen politischen Seite hofiert und sobald sich das politische Machtverhältnis ändert, werden die erreichten Erfolge von der Gegenseite wieder rückgängig gemacht. Das ist weder sinnvoll noch nachhaltig. Dennoch haben wir über die Verbesserung der schlechten Infrastruktur der Straßen in der Bergregion gesprochen. Es ist für Schüler und deren Leistung wichtig, einigermaßen sauber und trocken in der Schule anzukommen. Der Schulweg beispielsweise für die maninoy Patenkinder führt hier in den Bergen oft auf ausgewaschenen Feldpfaden und Schotterwegen, die speziell während der Regenzeit so beschwerlich zu gehen sind, dass die Kinder schon erschöpft in der Schule ankommen, bevor der Unterricht überhaupt losgeht. Hier konnten wir dem Ortssprecher das Handschlagversprechen abringen, sich dem Ausbau der Schulwege anzunehmen. Neben einem ausgewogenen Mittagessen mit Gemüsegerichten und Obst, das die Eltern der Kindergartenkinder mit der Spende von Paten aus Deutschland auf den Tisch brachten und der Pflanzung einer ersten Baumreihe im Rahmen des Wiederaufforstungsprogramms, fanden alle Teilnehmer den Besuch rundum gelungen. Eine weitere Zusammenarbeit mit dieser Partnerschule, eigentlich ja Partnerkindergarten, haben wir ebenfalls vereinbart. Zusätzliche Jungbäume werden demnächst auf dem Kindergartengelände gepflanzt, wobei einzelne Kindergartenkinder jeweils eine Baumpatenschaft zur Pflege der Bäume übernehmen und diese nach Ausscheiden aus dem Kindergarten an ein jüngeres Kind weitergeben. Als kommendes Infrastrukturprojekt ist mit der Kindergartenleitung der Erwerb und Einbau von Fensterscheiben am Gebäude beschlossen worden, die auch bei Regen oder kühler Witterung Tageslicht in den Kindergarten hineinlassen. Momentan schützt nur eine weiße Kunststofffolie vor der Witterung.      ...

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Station 3: Wie 35.000 Bäumen in 10 Jahren die Berge begrünen

Gepostet am Aug 17, 2018

10. August 2018; Sab-Ahan, Bais City; Negros; Philippinen. „Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.“ – Aus Uganda Unsere dritte Station führte uns an Regenwald-Aufforstungen vorbei, die maninoy seit 10 Jahren unterstützt. Über 35.000 Bäume haben die maninoy-Patenfamilien seither wiederaufgeforstet, um die entwaldeten Berge im Hinterland von Bais zu begrünen und der zunehmenden Erosion entgegenzuwirken. Bleistiftdicke Stängel, die damals in die Erde gesetzt wurden, sind nun zu dicken Stämmen von über 60 cm Umfang herangewachsen. Mit einem Minimum an Pflege und Aufmerksamkeit gedeihen Bäume im tropischen feucht-warmen Klima sehr gut und schießen regelrecht in den Himmel. Wenn sie einmal diese beachtliche Größe erreicht haben, gewinnen sie beim Besitzer auch an Wert und werden nicht mehr achtlos umgetreten oder von den Ziegen angefressen. Wenn man von der Hand in den Mund lebt, kümmert man sich heute eben eher um das Abendessen von heute und nicht um das Bäumchen, das heute noch keinen Magen füllen kann. Die ersten 10 Jahre sind aber die entscheidenden, in denen man auf die zarten Pflänzchen achten muss. Um den Patenfamilien diese arbeitsreiche Durststrecke schmackhafter zu machen, koppelt maninoy die Förderung der Ausbildungspatenschaft der Bauernkinder an das Überleben der kleinen Baumsetzlinge einer Bauerfamilie. Eine Patenfamilie, die sich gut um ihre Bäumchen kümmert, bekommt eine höhere Ausbildungsunterstützung für die eigenen Kinder. Die Familie, die sich nicht kümmert, bekommt entsprechend weniger. Das versteht man leicht und führte dazu, dass um die Hütten der armen Bergbauernfamilien, die noch vor 10 Jahren allein auf weiter Flur in der prallen Tropensonne standen, nun große schattige Bäume wachsen, die die Erde schützen und unter denen nun schattenliebende Kaffee- oder Kakaosträucher gedeihen können. Der Pfeffer, eine Kletterpflanze kriecht an den Baumstämmen hinauf und die dicken energiegeladenen Regentropfen lösen nicht mehr die Erde von den Hängen, sondern entladen sich ein Stockwerk höher im dichten...

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Station 2: Besuch bei der Yared High School in den Bergen von Negros

Gepostet am Aug 15, 2018

10. August 2018; Cambagahan; Bais City; Negros; Philippinen. Bildung ist Hilfe zur Selbsthilfe – [Hilfe zur Selbsthilfe bezeichnet das Prinzip, das Maßnahmen zu Grunde legt, die den Not leidenden Menschen dazu befähigen, sich selbst zu helfen.] Die Reise zu unserer zweiten Station, der Yared High School, einer unserer Partnerschulen im entlegenen Bergland von Bais begann mit einer Autopanne. Auf den Philippinen gibt es weder TÜV noch ADAC, so muss man mit solchen Widrichkeiten immer rechnen und sich selbst zu helfen wissen. Unser philippinisches Begleitteam konnte den geplatzten Reifen dann auch schnell wechseln. Einen Ersatzreifen hatten wir zum Glück im Gepäck. Beim Reifenshop am Straßenrand gabs noch eine Luftfüllung und weiter ging es die Berge hinauf. Auf den Philippinen haben die Menschen unterschiedliches Ansehen, je nach ihrer Herkunft. Vereinfacht gesagt steigt das Ansehen der Menschen, je näher sie an der Küste wohnen. An den Küsten befindet sich die Industrie, die großen Städte und die besser bezahlten Arbeitsplätze. Dort lebt auch die Mehrzahl der politisch einflussreichen spanischstämmigen Minderheit. Ferdinand Magellan erreichte die Philippinen im Jahr 1521. Damit wurde die Inselgruppe ins Kolonialreich Spaniens intergiert und bekam infolge dessen zu Ehren des damaligen Spanischen Königs Philipp II. den Namen Philippinen. Im 16. Jahrhundert gründeten chinesische Händler Niederlassungen auf den Philippinen und vermischten sich mit der einheimischen Bevölkerung. Bis heute spielen diese eine große wirtschaftliche Rolle. Mit ihnen trieben die spanischen Kolonialisten extensiven Handel, wobei Silber aus Südamerika nach China verschifft wurde und im Austausch dafür Seide und Keramik nach Europa. Manila war zu dieser Zeit einer der wichtigsten Warenumschlagplätze der Welt. Die Mehrzahl der heutigen philippinischen Bevölkerung hat ostasiatische Wurzeln aus einer weit früheren Einwanderungswelle, die das Inselreich vor etwa 3.000 Jahren über das chinesische Festland erreichte und weiter über Indonesien bis nach Madagaskar reichte. Diese Völker brachten wohl auch den Reis mit, der bis heute das Grundnahrungsmittel auf den Philippinen ist. Vor etwa 30.000 Jahren gab es aber bereits Einwanderungswellen, die heute als die Negritos bekannt sind. Diese Jäger- und Sammlergesellschaften wanderten weiter bis Australien und stellen heute die Ureinwohner der Südostasiatischen Region dar. Warum ist dieser historische Hintergrund für die Arbeit von maninoy wichtig? Die Ureinwohner wichen im Laufe der Geschichte den folgenden Einwanderern immer weiter aus und siedelten dort, wo die Lebensbedingungen schwieriger wurden. Nämlich an den unergiebigen Randgebieten vorwiegend in den Bergregionen. Bis heute haben diese ethnischen Minderheiten kaum Zugang zum politischen Leben, Bildung und Infrastruktur und leben in abgelegenen Bergtälern als Tagelöhner oder einfache Bauern quasi von der Hand in den Mund. Sie sind auch kaum organisiert, so dass eine Verbesserung ihrer Situation relativ aufwendig ist. Maninoy setzt hier wiederum an der Förderung der Bildungsinfrastruktur an und unterstützt gezielt Schulen in den Bergregionen, zu denen die ethnischen Minderheiten Zugang haben. Eine dieser Schulen ist die Yared High School in Cambagahan. Die Schüler stammen häufig von den Negritos ab. Mit Unterstützung der Entwicklung abgelegener Schulen bekommen die Absolventen eine bessere Ausbildung und haben damit mehr Chancen auf einen fairen Arbeitsplatz und ein selbstbestimmtes Leben. Beim Besuch in der Yared High School beschlossen wir mit der Schulleitung zukünftige Fördermaßnahmen und organisierten für alle 250 Schüler im Rahmen des staatlichen „Feeding Programs“ ein abwechslungsreiches Mittagessen. Außerdem übernahmen Schüler Baumpatenschaften im Rahmen des maninoy Aufforstungsprogramms von Bergregenwäldern – www.maninoy.de/projekte/wiederaufforstung-von-regenwald/ ....

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Station 1: Besuch der Partnerschulen im Tiefland von Bais

Gepostet am Aug 13, 2018

„Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern.“ – Chinesisches Sprichwort 9. August 2018; Bais City; Negros; Philippinen. In der Entwicklungszusammenarbeit ist seit langem bekannt, dass die Förderung der Bildung den größten Entwicklungserfolg in Verhältnis zum eingesetzten Fördergeld bewirkt. Deshalb verbessert maninoy die Bildungsinfrastruktur philippinischer Schulen mit Lehrmittel wie Tische, Bänke, Tafeln aber auch Lernmittel wie Schulbücher, Hefte, Schreib- und Schulprojektmaterial. Viele philippinische Schulen sind marode und schlecht ausgestattet, die Lehrmittel sind entweder alt oder garnicht vorhanden. maninoy steht den Schulen als Partner zur Seite und möchte Abhilfe schaffen, denn nur mit dem richtigen Werkzeug und im entsprechenden Umfeld können philippinische Mädchen und Jungs eine gute Ausbildung erhalten. Mit dem fortschreitenden Klimawandel treten auch die zerstörerischen Taifune immer häufiger auf und entwickeln sich auf ihrem Weg immer öfter zu „Monstertaifunen“, die vor allem die klapprigen Bambushütten, aber auch Steinhäuser und Schulgebäude weit mehr beschädigen, als noch vor einigen Jahrzehnten. Der ansteigende Meeresspiegel macht den Filipinos, die auf 7000 Inseln verstreut leben, zusätzlich zu schaffen. Auch hier hilft maninoy durch die Schulpartnerschaft beim Wiederaufbau von Schulgebäude, wie beispielsweise im November 2013 nach einem Taifun auf der Insel Leyte. Nach unserer Ankunft in Manila war unsere erste Station die Stadt Bais City auf der Insel Negros. Dort unterstützt maninoy seit 2016 fünf Partnerschulen im Tiefland von Bais. Die Dauis Grundschule hat dabei den Sprengel mit der ärmsten Bevölkerung. Sie liegt an der Küste zwischen Fischteichen und Zuckerrohrfeldern. Bais City ist einer der größten Zuckerproduzent der Insel Negros mit einer über 100 Jahre alten Geschichte der industriellen Zuckerproduktion. Kultiviert wird das Zuckerrohr auf den Philippinen schon gute 3000 Jahre und wurde mit der Ankunft der Spanier im 15. Jahrhundert stetig intensiviert. Die Eltern vieler Schüler unserer Partnerschulen sind daher seit Generationen mit der Zuckerproduktion und dem spanischen Kolonialismus verbunden. Die Familien, die sich entlang der Zuckerrohrfelder rund um die Dauis Grundschule angesiedelt haben, arbeiten in der Erntezeit auf den Zuckerrohrplantagen der spanischstämmigen Großgrundbesitzer. Das ist oft pure Handarbeit bei geringer Bezahlung. Jede Zuckerrohrstange wird mit einer Machete per Hand geschnitten und für den Transport zur nahen Zuckermühle abgelegt. Wenn das Zuckerrohrfeld abgeerntet ist, müssen sich die Feldarbeiter nach einer anderen Arbeit umsehen. Rund um Dauis ist das häufig der Fischfang an der nahegelegenen Küste. Aber die Fischbestände schrumpfen aufgrund der Überfischung durch die ausländischen Fischfangflotten immer mehr, die armen Küstenfischer bringen immer kleinere, jüngere Fische auf den Markt. Der familiäre Hintergrund der Dauis-Schüler ist daher landwirtschaftlich geprägt, das Einkommen sehr niedrig. So gibt es in der Dauis Grundschule auch ein staatlich unterstütztes „Feeding-Program“. Das ist zur Nahrungsergänzung ein tägliches Mittagessen für die Schüler, die aufgrund der oft schlechten finanziellen Situation zu Hause nicht genügend abwechslungsreiches Essen auf den Tisch bekommen. Oftmals gibt es daheim nur eine Portion Reis mit einem Löffel Fischpaste. Das „Feeding-Program“ gleicht diese einseitige Ernährung mit vorwiegend Gemüsegerichten aus. Das Gemüse wird auf dem 20 Minuten entfernten Markt in Bais gekauft. Um das „Feeding-Program“ zu unterstützen, hat maninoy der Schule einen Kühlschrank gespendet. Seither können das Gemüse und übrige Gerichte kühl gelagert werden und verderben beim feucht-heißen philippinischen Klima nicht mehr so schnell. Tägliche Einkaufsgänge sind nun nicht mehr nötig, so dass sich die Schule Zeit und Geld spart, die sie wieder in die Ausbildung der Kinder und in die Ausweitung des „Feeding-Program“ steckt. Nach der Dauis Grundschule hat das maninoy-Team auch die Schüler der vier anderen Partnerschule in Bais City besucht, sich mit der Schulleitung getroffen und den weiteren Ausbau der Bildungsinfrastruktur abgestimmt. Mit der Grundschule LaPaz wurde außerdem ein Aufforstungsprojekt vereinbart, bei dem Schüler junge Tropenbäume...

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Projektreise zum 10-jährigen Gründungsjubiläum vom maninoy e.V.

Gepostet am Aug 9, 2018

John F. Kennedy sagt: „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: Keine Bildung“ 8. August 2018; Manila; Philippinen. Vor fast genau 10 Jahren haben sich engagierte Köpfe getroffen und sich zum Ziel gesetzt, die Bildung und ökologische Entwicklung auf den Philippinen zu unterstützen und den Menschen vor Ort als Partner zur Seite zu stehen. Der Verein maninoy e.V. wurde im Juli 2008 in Pfaffenhofen an der Ilm gegründet. Seither ist viel Gutes passiert und vor allem die Nachhaltigkeit unseres Tuns war immer ein wesentlicher Punkt unserer Arbeit. Einige Projekte wurden in die Selbständigkeit entlassen, andere benötigen nur noch wenig Unterstützung und wieder andere stehen noch am Anfang und brauchen noch viel Abstimmung mit den einheimischen Projektpartnern, um von selbst zu laufen. Nun wurde es wieder einmal Zeit, die Menschen vor Ort auf den philippinischen Inseln zu besuchen und zu sehen, was sich seit unserem letzten Besuch getan hat und wo der Schuh bei der Umsetzung der gemeinsamen Ziele drückt. Zum 10-jährigen Gründungsjubiläums wollten wir außerdem allen philippinischen Partnern und Patenfamilien für die gute Zusammenarbeit danken. Unser Besuch beginnt in Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Einem Ort mit einer der größten Menschenansammlungen der Welt. Ein Ort der Gegensätze, wo Armut und Reichtum direkt nebeneinander existieren. Wo viele Kinder ohne Schule auf der Straße aufwachsen und leben und später wieder Familien gründen. Hier wird uns wieder einmal bewusst, wie wichtig Bildung ist. Bildung ist der erste Schritt aus der Armut hin zu einem selbstbestimmten...

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Ein bunter Markttag im Zeichen der Agenda 2030

Gepostet am Apr 22, 2018

21. April 2018; Pfaffenhofen a. d. Ilm; Bei Sonnenschein und fast tropischen Temperaturen fühlten sich unsere philippinischen Helfer pudelwohl, als wir gestern beim „bunten Markt der 17 Agenda 2030-Ziele für nachhaltige Entwicklung“ auf dem Pfaffenhofener Hauptplatz unseren Infostand betreuten. Maninoy und die Agenda 2030 Der Verein maninoy Patenschaft Philippinen e.V. beteiligt sich bei der Umsetzung der Agenda 2030 und arbeitet speziell an der Umsetzung von Ziel 17 – Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen – und Ziel 4. – Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern. Unsere konkreten Umsetzungsprojekte sind Ausbildungspatenschaften für philippinische Kinder und Verbesserung der Bildung und Bildungsinfrastruktur. Maninoy stellt sich vor Während wir am maninoy-Marktstand die Bürger über unserer Arbeit informierten, wurde maninoy zusammen mit den anderen Agenda-2030-Akteuren auf die Veranstaltungsbühne gebeten, um den Verein und seine Ziele vorzustellen. Maninoy bekennt sich zur Agenda 2030 Im Anschluss an den Bühnenauftritt unterzeichnete maninoy die Pfaffenhofener Nachhaltigkeitserklärung. Damit erkennt maninoy die Agenda 2030 und die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen offiziell an und erklärt sich bereit, die Agenda-Ziele umzusetzen. Ausstellung im Rathaus Der Verein maninoy ist auch Bestandteil einer Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit in Pfaffenhofen, die ab Samstag, 21. April im Pfaffenhofener Rathaus eine Woche lang zu sehen...

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maninoy informiert auf dem Bunten Markt in Pfaffenhofen a.d. Ilm

Gepostet am Apr 7, 2018

Am Samstag, 21. April 2018 findet von 9 bis 13 Uhr auf dem Hauptplatz in Pfaffenhofen a. d. Ilm ein „Bunter Markt“ statt. Dabei verwandelt sich parallel zum Wochenmarkt der Platz vor dem Rathaus in einen „bunten Marktplatz der 17 Agenda-2030-Ziele für nachhaltige Entwicklung“ mit über 25 Aktionsbereichen und Marktständen. Außerdem präsentieren sich die Pfaffenhofener Vereine und Organisationen, die bereits an der Umsetzung konkreter Agenda-2030-Ziele auf lokaler Ebene arbeiten. Mit dabei ist das maninoy-Team mit einem Marktstand, an dem wir darüber informieren, wie wir unseren Beitrag zur Umsetzung der Agenda-2030-Ziele leisten. Dabei gehts bei maninoy konkret darum, wie wir die Bildungsituation der armen Kinder und Jugendlichen auf den Philippinen verbessern (Ziel Nr. 4) und wie wir globale Partnerschaften pflegen (Ziel Nr....

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Wenn Kinder Bäume pflanzen …

Gepostet am Feb 25, 2018

Die Welt liegt in den Händen der Kinder. Das würde wohl niemand bestreiten? In Balagtas auf der philippinischen Insel Leyte führte maninoy e.V. letzte Woche eine Wiederaufforstungsaktion mit 60 SchülerInnen der örtlichen Paten-Grundschule durch. 120 flinke Kinderhände setzten 60 Mahagoni-Schösslinge in die fruchtbare Erde und begannen damit, auch ein Stück ihrer eigenen Zukunft zu gestalten. Jedes der 60 Schulkinder durfte einen Baum pflanzen. Aber mit der Pflanzung ist es nicht getan. Jedes Kind kümmert sich nun um seinen Baum, gießt und pflegt ihn, bis er groß ist. Die Idee zu dieser nachhaltigen Aktion hatte eine unserer philippinischen Koordinatorinnen. Wir begeisterten uns gleich und setzten mit Hilfe von Sponsoren aus Deutschland die Aktion um. Gespendet wurden die Bäume übrigens von der Baumpflegefirma Whittaker aus Pfaffenhofen und dem Eine Welt Laden Pfaffenhofen. Seit dem katastrophalen Taifun Haiyan, der 2013 über die Ortschaft Balagtas fegte und etliche Häuser dem Erdboden gleichmachte, hat maninoy eine Patenschaft für die Grundschule von Balagtas übernommen. Damals haben wir mit Hilfe zahlreicher Spenden das zerstörte Dach der Grundschule repariert. Bei den maninoy-Schulpatenschaften geht es darum, die Infrastruktur philippinischer Schulen zu verbessern, marode Klassenzimmer zu renovieren oder fehlende Schulbänke zu zimmern. Eine fundierte Schulausbildung ist das ‘A & O’ der Entwicklung und der effizienteste Weg für den einzelnen aus der Armut in ein besseres Leben. Mit der Aufforstungsaktion von Regenwaldbäumen auf dem entwaldeten Schulgelände, bringen wir den Kindern praktisch und spielerisch das Verständnis für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt nahe. Während der kontinuierlichen Pflege für den einzelnen Mahagonibaum lernen die Kinder Verantwortung zu übernehmen und zu beobachten, wie der Baum sich entwickelt. In wenigen Jahren, wenn die Bäume größer geworden sind, werden sie den Schülern Schatten spenden, Lebensraum für bedrohte Tierarten schaffen und der Umgebung noch auf vielerlei andere Weise nutzen. Die dann schon zu Jugendlichen herangewachsenen Schulkinder werden sehen, wie sich ihr Baum entwickelt hat und wie er das Umfeld positiv beeinflußt. Unsere Koordinatorin hat vor vielen Jahren, als sie noch ein Schulkind war, bei einer ähnlichen Aktion an ihrer philippinischen Grundschule teilgenommen. Bis heute hat sie „ihren“ Baum nicht vergessen und einen ganz besonderen Bezug zu den Bäumen und dem Schutz der Umwelt entwickelt. Weitere Aufforstungsaktionen an den maninoy-Patenschulen sind geplant. Besonders freute es mich, dass ich gestern über die gerade durchgeführte Aufforstungsaktion der Schulkinder Fotos zeigen konnte, die ich erst letzte Woche aus den Philippinen bekommen hatte. Gestern war ich als Referent beim Regionaltreffen der Weltläden in Pfaffenhofen vor Netzwerkmitgliedern aus Augsburg, Aichach, Petershausen und Pfaffenhofen eingeladen und berichtete während des Vortrags und der anschließenden Diskussion über das Engagement von maninoy auf den Philippinen. Seit 2004 sind wir bei www.engagement-global.de, einer Nachfolgeorganisation des Deutschen Entwicklungsdienstes DED im Rahmen der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit aktiv. Wir geben durch unsere persönliche Erfahrung authentische Einblicke in weltweite Zusammenhänge und ermöglichen so einen Perspektivenwechsel auf die Themen und Probleme der...

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Projekttag 13 – Badiangay Elementary School, Sta. Fe, Tacloban

Gepostet am Jan 19, 2018

„The kids really enjoy!“ sagte mir eine Lehrerin der kleinen Grundschule am Stadtrand von Tacloban, nachdem sie sich die Puppenwerkstatt erklären ließ, sich bei mir über den Verein maninoy e.V. erkundigte und dabei den Blick über die aufgeregte Kinderschar schweifen ließ. Ein schöner Moment an einem abgelegenen Ort – der eigentlich gar nicht auf dem Plan stand … Für den Abschluss des Circus de Bais 2018 war ein Projekttag in Manila an der University of the Philippines und deren Labor-Grundschule geplant. Zwölf Dozent*innen sollten morgens eine Einführung in unsere Arbeit bekommen und nachmittags, gemeinsam mit uns, das Programm für 150 Grundschulkinder gestalten. Doch schon am Mittwochabend erreichte uns die Email, dass unsere Flüge von Tacloban nach Manila storniert wurden. Der hiesige Flughafen musste wegen sicherheitsrelevanter Reparaturarbeiten für den ganzen Donnerstag geschlossen werden. Der starke Regen der letzten Tage hatte nicht nur ganze Stadtteile überflutet und für Erdrutsche gesorgt, sondern auch Löcher in die Startbahn gerissen, die nun geflickt werden mussten. Das sorgte für ein wenig Umplanhektik, da die Flüge für Freitag ihren Preis plötzlich verdreifachten und/oder gleich komplett ausgebucht waren. Mit ein bisschen Glück konnten wir noch einen Flug ergattern – leider aber nicht rechtzeitig zum geplanten Projekt an der Universität. Sehr schade … Doch tauchte schon während unserer gestrigen Projektreflektion der Wunsch auf, noch mehr mit der Lighthouse Kids Ministry zusammenzuarbeiten, mit der wir kürzlich schon unterwegs waren. Die Kombination aus gesundem Essen für arme Kinder und einer bunten Zirkusaktion an wirklich abgelegenen Orten hat uns allen sehr gut gefallen. Also wurden schnell ein paar SMS mit unserem Ansprechpartner Leo ausgetauscht und schon waren wir in der Donnerstagnachmittagstour mit eingeplant. Nachdem die Überflutungen zurückgingen, wurde das stadtweite Schulfrei wieder aufgehoben und die Versorgungstouren der Lighthouse Kids gingen auch wieder den geregelten Plänen nach. Die Spuren des Wassers waren in den Klassenzimmern und auf dem Schulhof der Badiangay Elementary School noch deutlich zu sehen. Die zwischen Reisfeldern gelegene kleine Grundschule stand fast gänzlich – etwa 1,50 Meter tief – unter Wasser. Pfützen in den Räumen und zum Trocknen ausgelegte Schulhefte spiegeln das Ausmaß des Regenwetters wieder. Und viele der Schulkinder sind trotz Verpflichtung nicht zur Schule gegangen, da sie zu Hause beim Beseitigen der Wasserschäden helfen mussten. Diese Abwesenheiten sind leider keine Seltenheit, erfahren wir von Leo, da die Kinder oft dringend für die Feldarbeit als Unterstützung benötigt werden. Da hat in vielen Familien die Sicherung des Unterhalts vor der allgemeinen Schulbildung Priorität. Nichtsdestotrotz versammelten sich schnell an die 70 Kinder in unserer improvisierten Zirkusarena auf dem Schulhof. Dabei kamen die Kinder nicht nur aus den Klassenzimmern, sondern auch aus dem angrenzenden Dorf zu uns. Schulkinder und Nichtschulkinder spielten auch heute wieder zusammen Zirkus, waren kreativ, sprangen, tanzten, lachten und strahlten um die Wette. Mit Hilfe so vieler sonniger Gemüter waren die letzten Wolken schnell vertrieben und die Sonne selbst mischte sich mit vollem Einsatz unter die Kinder – und trocknete ganz nebenbei Schulhefte, Klassenzimmer und Schulhof. Als wir schließlich nach einigen verspielten Stunden wieder einpacken mussten und mit dem Van der Lighthouse Kids Ministry durch das Dorf fuhren war der Straßenrand gesäumt von bunten Luftballons, fantasievoll bemalten Masken, lustigen Fingerpuppen und vielen zum Abschied lächelnden Gesichtern. Dieser letzte Eindruck dieses gelungenen Projektabschlusses bleibt uns wohl allen nachhaltig in Erinnerung. Wehmütig tippe ich die letzten Zeilen dieses Blogeintrages, denn mir wird bewusst, dass der Circus de Bais 2018 nun wohl zu Ende geht. Eine tolle, eindrucksvolle und herzerwärmende Zeit voller Spielfreude und Dankbarkeit liegt hinter uns und hat hier und da sicherlich seine Spuren hinterlassen! Wehmütig – aber zufrieden und glücklich,...

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Projekttag 12, J.E.S.U.S. Kids Therapy Center, Tacloban

Gepostet am Jan 18, 2018

Der letzte Vorhang fällt (A.d.R.: Das soll’s noch nicht gewesen sein.) Heute ist unser (vorerst) letzter gemeinsamer Projekttag angebrochen. Pünktlich um 9:00 Uhr sind wir bei den J.E.S.U.S Kids Therapy Center Foundation, Inc. für autistische Kinder in Tacloban angekommen. Das ist die Organisation, die wir auch schon in Ormoc und am Sonntag in der Mall besucht und unterstützt haben. Wir waren sofort bereit mit unserem Spielangebot zu starten. Die Lehrer baten uns jedoch erst beim nächsten Therapiewechsel so 1 ½ später mit unseren Workshops zu beginnen. Bedingt durch den schweren Regen und die daraus resultierenden Überflutungen in Tacloban und Umgebung, fiel auch heute offiziell die Schule aus. Aber die Leiterin der Einrichtung Fayree P. Tayanes hat einige Schüler angeschrieben, trotzdem zu kommen, um an unseren Angeboten teilzunehmen. Daher waren vormittags ca. 10 Kinder und nachmittags 7 Kindern da, um mit uns zu spielen. Anfangs etwas schüchtern, tauten die Kinder schnell auf und waren dabei Luftballons aufzublasen, geschminkt zu werden und sich selbst zu schminken, zu malen, mit zu jonglieren und mit dem Schwungtuch zu spielen. Was uns im Verlauf des Tages auffiel war, dass die Lehrer zu Beginn versuchten die Kinder dazu zu drängen die Angebote auszuprobieren, nachdem wir ihnen aber erklärten, sie sollten die Kinder selber ausprobieren lassen, wurde das für uns befremdliche „Drängen“ der Erwachsenen weniger und es war schön für mich zu sehen, dass die Kinder das machen konnten, was sie sich selbst ausgesucht hatten. Durch die geringe Anzahl an Schüler*innen war es auch für die Lehrer und Praktikanten ein tolle Erfahrung selbst zu spielen und unsere Workshops auszuprobieren, daher hatte unser Projekttag diesmal mehr einen Fortbildungscharakter für Lehrer*innen und Therapist*innen. Vor allem für die Praktikant*innen, die während ihrer Ausbildung an der Universität, zweimal ein zweimonatiges Praktikum machen, war dies eine gute Möglichkeit, einmal eine andere Herangehensweise im Umgang mit den Kindern kennenzulernen. Immer wieder schreckte ich durch kreischende Schreie auf, es waren jedoch nicht die Kinder, die diese Laute von sich gaben, es waren die Lehrer*innen und Praktikant*innen, die stets begeistert waren, wenn sie erfolgreich ein Teller angedreht oder eine riesige Seifenblase produziert hatten. Der Tag verging wie im Flug und nachdem wir unser Programm beendet hatten, lud uns Fayree ein, gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn noch einen Kaffee trinken zugehen. Wir hatten noch nette Gespräche über deutsche und philippinische Gepflogenheiten und kamen wieder mal auf das tragische Thema Taifun Hayan, von dem die Familie, so wie viele andere hier in Tacloban, schwer betroffen waren. Für mich ist es immer wieder ergreifend, von solchen persönlichen Erlebnissen zu hören und gleichzeitig bin ich sehr beeindruckt, wie sich die Menschen hier wieder zurück gekämpft und alles wieder neu aufgebaut haben. Zurück am Hotel wurde uns bei unserer Abschlussbesprechung bewusst das auch der diesjährige „Circus de Bais“ wieder ein Ende hat. Ich beende unseren Circus mit vielen süßen, glücklichen und herzerweichenden Eindrücken und obwohl es natürlich auch anstrengend war, freue ich mich bereits jetzt auf den nächsten „Circus de Bais“....

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Projekttag 11, Barangay Lapay, Tanauan

Gepostet am Jan 17, 2018

Spontane Planänderungen wegen Regen Die Einrichtung der Volunteers of the Visayans kämpfte mit Überschwemmungen und der RTR-Plaza, ein großer öffentlicher Platz in Tacloban, war nicht überdacht. Die gewöhnlich wimmelbildähnlichen Straßen waren fast menschenleer. Und auch die Schulen waren wegen des Regens geschlossen. Wo also hin mit unserem Circus-Angebot? Schließlich bot uns die Organisation „The Lighthouse – Kids International Ministry“ an, uns auf einer ihrer Essens-Ausgabe-Touren in die Randgebiete Taclobans mitzunehmen. Diese ursprünglich in Manila angesiedelte Organisation ist seit dem großen Taifun Hayan auch in Tacloban ansässig. Sie verteilen Essen überall, wo es nötig ist. Jeden Tag kochen sie mit Essensspenden eine riesige Portion Lugaw, ein Reis–Soja–Porridge mit frischem Gemüse und Ei, und fahren damit durch die Barangays. Wir begleiteten sie heute nach Tanauan in die Barangay Lapay, etwa eine halbe Stunde von Tacloban entfernt. Das Wetter meinte es gut mit uns. Es regnete nicht und die Sonne traute sich ein wenig heraus. Einer der Mitarbeiter erzählte uns auf dem Weg von seinen Erlebnissen während des Taifuns. Obwohl es jetzt schon vier Jahre her ist, ist Hayan immer noch sehr präsent. Viele erzählen, was ihnen damals passiert ist, wen sie verloren haben und wie es kurz danach aussah. Auf unserem Weg sahen wir mehrere Gedenkstätten, die an die Katastrophe erinnern sollen und wir fuhren an der Strecke entlang, die damals in den Nachrichten auf der ganzen Welt gezeigt wurde. Dann verließen wir die Stadt, die Häuschen wurden kleiner und weniger. Das schlammige, braune Wasser der angeschwollenen Flüsse reichte bis dicht unter die Brücken. Die Fischer schöpften ihre vollgelaufenen Boote leer. Ein Filipino ritt am Straßenrand auf seinem Wasserbüffel, der kurz vorher offensichtlich ein Schlammbad genossen hatte. Viele Straßen waren überschwemmt, Häuschen standen im Wasser. Wo es nur ging, war Wäsche aufgehängt, die in naher Zukunft wohl nicht trocknen würde. Ein paar Kinder tobten durch riesige Pfützen. In Lapay angekommen, machten wir mehrere Stopps um das Essen auszugeben. Jeder, der Essen brauchte durfte sich kostenlos so viel er brauchte abholen. Und das taten sie auch. Sobald die Kinder das Auto sahen rannten sie nach Hause, um ein Gefäß zum Einfüllen zu holen. Vor Ort angekommen, wurden wir gleich neugierig von einigen Kindern begrüßt und auf den Dorfbasketballplatz eskortiert. Innerhalb von Minuten bildete sich eine Traube von Kindern um uns und die Zirkuskoffer. Der Kinderhaufen schwappte von Station zu Station und begutachtete alles, was herausgeholt wurde ganz genau. Die Schule gegenüber war heute nicht geschlossen, aber die Lehrerin war so begeistert, dass sie gemeinsam mit den Schulkindern an unserem Angebot teilnahm. Sie bekam am Ende der Spielzeit die Jonglierbälle gespendet und versprach, mit den Kindern fleißig weiter zu üben. Von der philippinischen Schüchternheit, die uns an einigen Orten begegnet ist, war in Lapay nicht viel zu spüren. Geschickt und recht selbständig eroberten sie die einzelnen Stationen. Der Regen machte genau für die Dauer des Projektes eine Pause. Mit sanften Tropfen leitete er das Ende pünktlich ein. Während wir aufräumten, hüpfte eine Handvoll Jungs fröhlich durch den strömenden Regen. Ein kleines Mädchen duschte unter der undichten Regenrinne. Die meisten hatten sich auf der kleinen überdachten Bühne untergestellt, von wo sie uns zum Abschied fröhlich nachwinkten. Wie gut, dass es so geregnet hat, sonst wären wir hier nie gelandet....

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Projekttag 10, Basketball Court, San Jose, Tacloban

Gepostet am Jan 16, 2018

Make a switch… los geht´s nach San Jose! Aufgrund der starken Regenschauer und stellenweise Überflutungen in den letzten drei Tagen fiel heute in ganz Tacloban die Schule aus. Auch die Behörden und einige Geschäfte waren geschlossen, um die Schäden des starken Regens zu beseitigen. Teilweise waren sogar die Zufahrten zu den einzelnen Gebäuden nicht befahrbar und das Wasser stand bis zu 50 cm hoch. Deshalb hat Marie gestern kurzfristig mit Ortvorsteher von San José, der 86ten Barangay von Tacloban vereinbart, dass wir heute freundlicherweise dort auf dem Basketball Court spielen dürfen, da wir den Termin bei den geplanten Termin im J.E.S.U.S. Kids Therapy Center nun auf Mittwoch verlegt haben. Durch die zahlreichen Taifune der letzten Jahre hat die Stadt im Allgemeinen einen großen Aufschwung erhalten, zahlreiche Hotels und Bars wurden neu gebaut und es herrscht großes Gedränge auf den Straßen. San Jose hingegen hat von diesen Geldern nicht wirklich viel erhalten, dadurch ist dieser Stadtteil immer noch sehr verarmt und es gibt noch viele kaputte und verwahrloste Häuser entlang der ganzen Landzunge bis hin zum Flughafen. Für uns also ein gewaltiges Kontrastprogramm im Vergleich zum gestrigen Workshop in der gepflegten und sauberen Robinson‘s Mall. Mittags ging es los, Koffer gepackt und ab Richtung Basketballhalle am Stadtrand von Tacloban. Mit dem Multicab ging es allerdings nur bis zur Hälfte der Strecke, dann heißt es plötzlich Fahrzeugwechsel wegen Motorschaden. Rein ins nächste Taxi – und darin durften wir mit unserem Equipment hinten Platz nehmen. Da aber einige Gäste eher raus mussten, war der Ausstieg durch unser Mateiral leicht blockiert… kein Problem, sondern (ph)viel einfacher als bei uns gelöst, die drahtigen Filipinos stiegen einfach vorn über den Fahrer aus. An der Halle angekommen trafen wir dort auf vier Jungs beim Basketball, die sogleich das Feld räumten, aber trotzdem neugierig vor Ort blieben, um zu sehen, was die Gäste hier vorhaben. Auch dauerte es keine zwei Minuten, bis die ersten Kinder und Eltern am Eingang standen. Und nach schnellem Aufbau entstanden schon die ersten Straßenmalkunstwerke auf dem Platz. Anfangs waren nur wenige Kinder da, aber auch die Jungs verloren nach kurzem Herantasten jegliche Scheu und sofort waren die Stationen besetzt. Da Michi heute das Fotografieren übernahm, hatte auch ich etwas Zeit, mit den Kindern zu spielen und meine „Jonglierkünste“ zu verbessern. Sehr wissbegierig und lernfreudig schnappten sich die Kids die Jongliersachen und nach wenigen Minuten flogen die Diabolos bis unters Hallendach! Auch ein körperlich und geistig behindertes Mädchen, das vor zwei Jahren schon dabei war, erkannte uns sofort und kam freudig angelaufen, um uns sogleich zu umarmen. Zahlreiche weitere Kids vom letzten Mal waren am Start und alles Material war ständig unterwegs. Nach einer Stunde fanden schon viele Fingerpuppen den Weg Richtung Styroporhalter zum Trocknen, auch Bären und Clowns rannten nach der Fertigstellung der Masken durch die Halle. Sehr erfreulich für uns war,, dass auch die älteren Kinder und Jugendlichen sich nicht genierten und Puppen und Masken machten und gleichzeitig die kleineren Kinder unterstützen. Im Vergleich zu den letzten Projekttagen hat man schon gemerkt, dass hier die Armut noch sehr groß ist, die Kinder sind teils doch sehr ungepflegt – kein besonders guter Geruch wehte uns um die Nase – aber ein Kinderlächeln, sei es auch mit schlechten Zähnen, entschädigt viel! Letztlich haben wir heute dann doch wieder um die 80 Kinder bespielt, und es war wieder eine riesen Gaudi für alle Anwesenden, angefangen von den Kleinen bis hin zu den neugierigen Eltern, die oft heimlich über die Mauer zugeschaut haben… Wie im Flug vergingen die drei Stunden offenes Programm. Zum Abschluss erhielt jedes der Kinder ein Leuchtarmband, wenngleich es auch noch zu...

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Projekttag 9 – Autism Awareness Week, Tacloban

Gepostet am Jan 15, 2018

City of tough people / Die Stadt der Zähen Der weiße 14-Sitzer im Sprinter-Style düst unter dem bröckeligen Torbogen hindurch: „W LC ME TO T CLOB N“. Wir haben die letzte Station für den Circus de Bais erreicht: Tacloban City auf Leyte. Hier in der Hauptstadt der östlichsten Region der Philippinen leben die Warays, eine Volksgruppe, die für ihre Zähigkeit bekannt ist. Nicht nur das bröckelige Schild lässt erahnen, welche Katastrophe die Stadt und ihre Bewohner erlebt haben. Während unser Van (wie der schnelle Überlandtransport auf den Philippinen schlicht genannt wird) sich auf der langen Hauptstraße durch die vielen Menschen, Straßenhunde, Motorrad- und Fahrradtaxis schlängelt, zeichnet sich das Schicksal der Stadt deutlich gegen den grauen Himmel ab. Immer wieder ragt zwischen den Wellblechhütten die skelettartige Ruine eines stattlichen Hauses in die Höhe, die Stäbe der zerstörten Stahlträger zeigen bedrohlich in alle Richtungen. Es ist nun vier Jahre her, dass die Stadt vom stärksten Wirbelsturm der Menschheitsgeschichte getroffen wurde. Am 8. November 2013 traf Taifun Haiyan mit einer Wucht von 300 Stundenkilometer auf die Stadt an der San-Juanico-Bucht. Für Stunden wütete der Wind, ließ PKWs wie Spielzeugautos durch die Luft fliegen und deckte unzählige Dächer ab. Doch als die Überlebenden sich schon in Sicherheit wähnten, folgte die zweite Katastrophe: Der Sturm riss eine meterhohe Flutwelle vom Meer mit sich, die über die zerstörte Stadt niederrollte und große Tanker bis weit ins Landesinnere trug. Geschätzt 15.000 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben. Heute erinnern Denkmäler, Massengräber und eben unzählige Ruinen an die Geschehnisse. Doch die Warays haben ihre Stadt wieder aus den Trümmern aufgebaut. Viele Menschen mussten ihre Häuser eigens aus den Überresten, die der Sturm ihnen hinterlassen hatte, neu zusammenzimmern. Viel Geld ist in die Stadt geflossen, inzwischen ist Tacloban zum Teil eine sehr moderne Stadt geworden, schicke Hotels und Cafés, Fast-Food-Ketten und eine riesige Einkaufs-Mall glitzern förmlich zwischen den Häuserreihen und Trümmern hervor. Und genau diese Einkaufs-Mall war der etwas ungewöhnliche erste Projekt-Einsatzort unseres Circus de Bais in Tacloban. Aber keinesfalls, wie die meisten anderen Menschen, die an diesem Sonntagnachmittag mit uns in die Mall strömten, zum Bummeln und Shoppen. Während es draußen den ganzen Tag wie aus Kübeln goss, unterstützen wir das J.E.S.U.S. Kids Therapy Center in Tacloban, die dieses Jahr Gastgeber der Autism Awareness Week sind – und dessen Eröffnungsevent auf einer großen Bühne inmitten des Einkaufszentrums stattfand! Mit Reden, Tänzen autistischer Schüler und einer Parade durch die Mall soll so auf die Integration, Förderung und Akzeptanz autistischer Kinder auf den Philippinen aufmerksam gemacht werden. Wir stellten mit unserem kulturpädagogischen Zirkusprojekt den Mitmach-Teil des Nachmittags: Nachdem die vielen anwesenden Familien mit ihren Kindern den inspirierenden Reden gelauscht hatten und bei den Tanzvorführrungen schon fleißig im Publikum mitgetanzt und -geklatscht wurde, durften die Kinder nach einer kurzen Zirkusvorführung unsererseits selbst auf die Bühne. Zwischen den Sonntagsbummlern, die das Geschehen auch von den oberen Etagen neugierig beobachteten, wurden nun fleißig Fingerpuppen gebastelt, Masken bemalt, Teller angedreht, Selfies mit der geschminkten Blume gemacht und auch das Schwungtuch war unablässig in Bewegung. Unterstützt wurden wir dabei von fünf Schülerinnen der Frisbee-Mannschaft aus Tacloban, die uns gerne bei diesem tollen Event halfen. Als der bunteste Programmpunkt des Nachmittags mit uns vorbei war, ging es zur abschließenden Parade durch die Mall. Der etwas andere Projekttag war erfolgreich – über 100 autistische und nicht autistische Kinder bekamen die Chance, an unseren Workshops teilzunehmen und gleichzeitig konnten wir mit der Präsenz in der gut besuchten Einkaufsmall ein Zeichen für die Akzeptanz und Integration autistischer Kinder auf den Philippinen setzen!...

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Projekttag 8 – Batangay Balagtas, Matag-Ob

Gepostet am Jan 12, 2018

Es geht aufs Land hinaus! Am Morgen haben wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Balagtas, einem Ortsteil von Matag-Ob auf der Insel Leyte, gemacht. Nachdem wir die überfüllten Straßen Ormocs verlassen haben, wehte uns im Bus mit offenen bzw. keinen Fenstern sofort frische Landluft entgegen, die eine erfreuliche Abwechslung zur staubigen Großstadtluft war. Dass wir an diesen schon oft besuchten Projektort zurückkehren hat mich besonders gefreut. Balagtas, ca. eine Stunde von Ormoc entfernt, ist eine kleine Ortschaft, die von Reis- und Zuckerrohrfeldern umgeben ist und man noch viel mehr das Gefühl vermittelt bekommt, dass die Kinder überglücklich sind, dass sie beim Circus de Bais mitmachen dürfen. Zum dritten Mal seit 2012 trafen wir also auf dem Basketballplatz ein und besuchten zuerst kurz Tonja, die Mutter eines Patenkindes von maninoy, die uns, zusammen mit anderen Bewohner*innen von Balagtas, tatkräftig den ganzen Tag über unterstützte. Tonja teilte uns auch mit, dass alle Schüler*innen an diesem Tag einen Test in der Schule haben und nicht am Programm teilnehmen können. Doch da wir genau mittags ankamen haben wir nicht lange gezögert, schnell alle Materialien hergerichtet, sodass die Schulkinder in ihrer Mittagespause die Chance hatten, ein paar Jonglierbälle in die Luft zu werfen, Fingerpuppen zu basteln, sich schminken zu lassen oder mit den Seifenblasen zu spielen. Nachdem die Kinder ihre anfangs große Schüchternheit abgelegt hatten, wurden also mit dem Schulranzen auf dem Rücken bei Zirkusmusik über den Platz gesaust. Der Platz füllte sich schnell, sodass nach kurzer Zeit über 150 Kinder und Jugendliche Zirkus spielten. Auch Eltern, Nachbarn und Neugierige gesellten sich dazu und beobachteten das Geschehen mit großer Aufmerksamkeit. Nachdem die Schulkinder zurück in die Schule mussten, wurde der Platz aber keinesfalls leerer. Denn so hatten alle Kinder und Jugendlichen, die nicht in die Schule gehen können, die Möglichkeit das Zirkusangebot in vollen Zügen zu genießen. Das freute uns alle besonders, dass auch diejenigen, die aus meist finanziellen Gründen nicht in die Schule gehen können, einen einmaligen Tag geschenkt bekommen. Ich war sehr überrascht, wie hilfsbereit und höflich die Kinder und Jugendlichen waren. Sie sind mit allen Materialien sorgfältig umgegangen, haben sich beim Schminken „brav“ in eine Reihe aufgestellt und sich gegenseitig beim Basteln und Jonglieren geholfen. Viele Kinder beherrschten gar kein bzw. sehr wenig Englisch doch sobald ein Kind wusste, wie etwas funktioniert, wurde es direkt dem anderen erklärt. Zum Ende hin haben wir den fleißigen Artisten noch einen stärkenden Snack verteilt und uns mit einem abschließenden Gruppenfoto und der obligatorischen Tschüss-Rakete verabschiedet. Doch so recht wollten die Kinder den Basketballplatz nicht verlassen und haben uns also neugierig beim Einpacken der Materialien über die Schulter geschaut, mitgeholfen, uns bis zum Zaun begleitet, wo wir auf den Bus gewartet haben, und beim Einsteigen gut gelaunt hinterhergerufen „See you soon“! Somit sind wir mit einer super Stimmung in den Bus gestiegen und just in diesem Augenblick, fing es an zu regnen, sodass wir mit dem kühlen Fahrtwind im Gesicht in den Sonnenuntergang Ormocs zurückgefahren sind....

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Projekttag 7 – J.E.S.U.S Kids Therapy Center Foundation, Inc., Ormoc

Gepostet am Jan 11, 2018

Fühlen, riechen, schmecken… Die Organisation J.E.S.U.S Kids Therapy Center Foundation, Inc. wurde 2005 von Fayree P. Tayanes in Tacloban gemeinsam mit ihrer Mutter gegründet, um für ihren autistischen Sohn eine Therapiemöglichkeit vor Ort zu schaffen, da es bis dahin nur in Manila eine solche gab. Anfänglich mit ehrenamtlichen Helfern begonnen, gibt es inzwischen drei Einrichtungen mit ausgebildeten Mitarbeitern in Tacloban, Ormoc und Catbalogan auf Samar. Die Kinder und jungen Erwachsenen von 2 – 32 Jahren kommen vor oder nach der Schule für 1,5 Stunden zur Therapie in kleinen Gruppen. Die Gemeinschaft wächst stetig und es ist für die Heranwachsenden auch ein Berufsausbildungszentrum geplant. J.E.S.U.S Kids finanziert sich sowohl über Beiträge der Eltern als auch über über Spenden, welche die Kosten für die Familien decken, die sich die Therapie nicht leisten könnten. Per Pedes zu den J.E.S.U.S Kids Voll bepackt mit den Zirkuskoffern, Taschen und Matten wanderten wir durch Ormoc zu den J.E.S.U.S Kids – begleitet von neugierigen Blicken und freundlichen Zurufen der Anwohner. Von außen ist der Eingang recht unauffällig zwischen all den vielen anderen bunten Schildern, die überall großzügig aufgehängt sind. Viele Leute aus der Umgebung kennen die Organisation nicht. Die Räumlichkeiten sind klein, aber schön bunt und ordentlich eingerichtet. Beim Eintreten wurden wir direkt mit einem kleinen Freudentänzchen und einer Umarmung von einem Mädchen begrüßt. Ein kleiner Junge, der noch recht neu war, verfolgte unsere Vorbereitungen eher kritisch. Wir starteten diesmal nicht mit unserem Intro, sondern ließen die Kinder die Stationen selbst entdecken. Bei den Kleineren am Vormittag machten ein paar Mutige den Anfang und probierten die bunten Jongliergeräte und die Fingerfarben aus. Anfangs wurde alles vorsichtig beäugt und getestet, doch als das Eis gebrochen war gab es kein Halten mehr. Bei den Fingerfarben sah man die verschiedensten Techniken – vom sorgfältigen Tupfen bis zum vollen Körpereinsatz mit möglichst viel Farbe. Bei den Gipsfingern war das Befühlen des nassen Gipses für einige schöner als tatsächlich die Puppe daraus zu machen. Andere wieder präsentierten voller Stolz das fertige Püppchen. Auch bei der Schminkstation war es kein einfaches, sich bemalen zu lassen, da wurde selbst der Pinsel geschwungen und akkurat ein sauberes Quadrat neben das anderen auf dem eigenen Arm platziert. Neben den Bastelstationen fand auch der Fallschirm großen Anklang. Die einen genossen es auf oder unter dem Fallschirm zu liegen, während andere sich durch die stürmischen Fallschirmwellen robbten. Aus allen Ecken kam entzücktes Jauchzen und Quietschen. Sei es eine geglückte Tellerübergabe, die Entdeckung, dass aus Blau und Gelb Grün wird oder das Gefühl des Fallschirms, der einen leicht streift, kurz bevor er wieder nach oben steigt. Es wurde alles ausprobiert, manchmal auch herzhaft hineingebissen, dann eine spontane Umarmung und weiter zur nächsten Station. Bald waren die Kinder genauso bunt wie die Spielsachen. Mit den älteren Kindern und Jugendlichen am Nachmittag machten wir zusätzlich Luftballontierchen, einige Fallschirmspielchen und Riesenseifenblasen vor der Türe, die auch mal die Aufmerksamkeit der Nachbarn auf das unscheinbare aber wichtige Therapiezentrum lenkten. Es war ein sehr schöner Einsatz in kleinerem Rahmen – aber mit viel mehr Emotionen!...

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Projekttag 6 – Ormoc Holy Trinity Montessori Academy Inc.

Gepostet am Jan 10, 2018

„Hier dürfen Kinder Kinder sein.“ Nach dem wir am Montag eine extrem schaukelige mehrstündige Überfahrt von Dumaguete über Tagbiliran nach Ormoc hinter uns gebracht hatten, konnten wir uns gestern in Ruhe auf unseren heutigen Projekttag vorbereiten. Da Kathrin, Vroni, Rudi, Stefan und Andi schon weiterziehen mussten, haben wir ein neues Intro einstudiert und die Aufgaben und Workshops für die nächsten beiden Tage verteilt. Um kurz nach 8 Uhr holte uns Denni Lepon, der Schulleiter der Ormoc Holy Trinity Montessori Academy Inc., mit einem Pick-Up ab. Wir kannten ihn schon von unserem letzten Besuch 2016 und er erzählte uns sogleich, dass die älteren Schüler, die sich noch daran erinnern können, schon sehr aufgeregt seien und sie sich sehr freuen. Die Ormoc Holy Trinity Montessori Academy Inc. ist eine integrative – und auch für einkommensschwache Familien leistbare – Privatschule, welche die Erziehungsmethoden von Maria Montessori versucht umzusetzen, was sich beim philippinischen Schulsystem oft schwierig gestaltet. Dennoch dürfen hier laut Denni „Kinder noch Kinder sein und auf individuelle Weise lernen.“ Marie und Jana durften bei leichtem Regen auf der Ladefläche zusammen mit unserem roten und schwarzen Circuskoffern Platz nehmen, wir anderen konnten einen Sitz im Auto ergattern. Nach einer kurzen wackeligen Fahrt waren wir auch schon angekommen und wurden sogleich herzlich von vier Schülerinnen offiziell begrüßt. Nachdem wir unter viel Gewusel unsere verschieden Workshops vorbereitet hatten, starteten wir mit unserem neuen Intro und konnten die 45 Kinder und 15 Lehrer/Erwachsenen auf Anhieb begeistern, sodass die 3 – 13 jährigen sofort bereit waren, sich für einen von den fünf Workshops zu entscheiden. Ohne große Umschweife machte sich sofort eine kleine Gruppe daran Sockenpuppen zu kreieren. Obwohl der Raum sehr klein war und die Kinder sehr aufgeregt, waren die fertigen Puppen wunderschön geworden und die Kinder waren zu recht megastolz auf ihr Ergebnis. Auch bei den anderen Workshops waren alle fleißig am Üben, um für die Vorstellung gut vorbereitet zu sein. Egal ob beim Jonglieren, Tanzen, Zaubern oder bei den Akrobaten – überall wurde wissbegierig alles ausprobiert. Es war sehr hilfreich für uns, dass auch die Lehrer der Schule uns bei den einzelnen Stationen unterstützt und teilweise sogar mitgemacht haben. Was mir besonders auffiel, war mit welcher Engelsgeduld die Lehrerinnen mit allen Kinder umgingen. Auch bei den Schülern die – auf den ersten Blick – etwas undiszipliniert waren, redeten sie ruhig ohne erhobene Stimme und versuchten zu erklären, was sie zu tun hatten. Ich denke, es herrscht für die Kinder hier eine wunderbare Schul-Atmosphäre. Nach einer guten Stunde waren dann alle bereit loszulegen, um ihre erlernten Kunststücke bei der Circusvorstellung zu zeigen. Genau wie an den Projekttagen zuvor war diese wieder ein voller Erflog und von einigen Kids waren wir sehr positiv überrascht wie konzentriert sie auf der Bühne performten. Wir verabschiedeten uns mit einem großen „Tschüss“ und die Kinder natürlich mit der Frage, wann wir denn wiederkommen – und setzten ihr schönstes Lächeln auf. Denni fuhr uns zurück zu unserer Unterkunft und bot uns netterweise an, er könnte uns am Nachmittag nach Balagtas fahren, dies ersparte uns eine Menge Zeit. Wir wollten nämlich dort schon mal bei der Ortsvorsteherin Bescheid geben, dass wir am Freitag vorbeikommen, um dort am Basketballplatz von Balagtas zum mittlerweile vierten mal mit den Kindern zu spielen. Als wir direkt an der Straße ausgestiegen sind, war es für uns alle wie „nach Hause kommen“. Einige erkannten uns gleich und fingen sofort an, sich mit uns zu unterhalten. Wir haben dann noch unser selbst gemaltes Plakat am „weißen Brett“ aufgehängt, damit auch alle Leute Bescheid wissen, dass am Freitag der Circus de Bais wieder vor Ort ist....

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