Folge-Workshop mit den Patenkindern: Umweltbildung rund um die Erosionsschutzhecken

Gepostet am Aug. 26, 2026

8. August 2026 | Inseln Negros | Philippinen

Aufbauend auf unserem Pflanzworkshop aus dem letzten Jahr (Link zum Beitrag) fand vor Kurzem der Folge-Workshop mit 13 unserer Partnerkinder in den Bergen der Insel Negros statt. Das Ziel dieses Treffens: Das bereits gelernte Wissen aufzufrischen und praktische Techniken zur Entwicklungspflege der angelegten Erosionsschutzhecken zu erlernen.

Das Ziel dieses Workshops: Gelernte Wissen aufzufrischen und neue praktische Techniken zur Entwicklungspflege vermitteln.

Das Ziel dieses Workshops: Gelernte Wissen aufzufrischen und neue praktische Techniken zur Entwicklungspflege vermitteln.

Diese Umweltbildungsmaßnahme zeigt beispielhaft, worauf es uns ankommt: Bildung ist ein zentraler Pfeiler unserer Vereinstätigkeit. Wir sind überzeugt, dass nachhaltiger Umwelt- und Bodenschutz nur dann langfristig gelingt, wenn fundiertes Wissen praxisnah vermittelt und von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Wir sind überzeugt, dass nachhaltiger Umweltschutz nur dann langfristig gelingt, wenn fundiertes Wissen praxisnah vermittelt und von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Wir sind überzeugt, dass nachhaltiger Umweltschutz nur dann langfristig gelingt, wenn fundiertes Wissen praxisnah vermittelt und von Generation zu Generation weitergegeben wird.

 

Warum die Pflege der Hecken jetzt so wichtig ist

Im Laufe des vergangenen Jahres sind die damals gepflanzten Hecken prächtig gewachsen und haben teilweise eine Höhe von über drei Metern erreicht. Um ihre Schutzfunktion gegen Erosion dauerhaft zu erfüllen und das Gelände optimal zu gestalten, müssen sie jedoch regelmäßig gepflegt und verjüngt werden.

Gerade im Zuge des Klimawandels kommt es auf den Philippinen immer häufiger zu schweren Taifunen, die extreme Starkregenereignisse mit sich bringen. In den Bergregionen, in denen viele Bäume gerodet wurden, fehlt den Hängen der natürliche Halt. Die Folge sind massive Erosion, der Verlust von wertvollem Humus und damit die Zerstörung der Lebensgrundlage der Menschen: dem fruchtbaren Boden für den Nahrungsmittelanbau.

Um die Schutzfunktion der Hecken gegen Erosion dauerhaft zu erfüllen, müssen sie regelmäßig gepflegt und verjüngt werden.

Um die Schutzfunktion der Hecken gegen Erosion dauerhaft zu erfüllen, müssen sie regelmäßig gepflegt und verjüngt werden.

 

Handwerk und Technik: Was die Kinder gelernt haben

  • Verantwortungsvoller Umgang mit dem wichtigsten Werkzeug: Die Kinder wachsen in den Bergen von klein auf mit der Machete auf und lernen schon früh, verantwortungsvoll mit diesem Arbeitsgerät umzugehen. Unter Anleitung setzten sie die Messer gezielt für den Rückschnitt ein.

  • Rückschnitt auf Kniehöhe: Die über drei Meter hohen Hecken wurden auf etwa Kniehöhe zurückgeschnitten. Dieser Verjüngungsschnitt regt die Pflanzen dazu an, dicht neu auszutreiben.

  • Verdichtung durch Steckhölzer: Die dickeren, abgeschnittenen Äste wurden in etwa 60 cm lange Stücke getrennt und direkt wieder als Stecklinge in den Boden gesetzt. So lässt sich die Hecke lückenlos verdichten und der Erosionsschutz weiter erhöhen.

  • Nährstoffkreislauf und zusätzliche Barriere: Die dünneren Zweige und blattreichen Teile wurden direkt zwischen die doppelreihigen Hecken gelegt.

Exkurs: Die Machete – Das Allzweckwerkzeug im Landbau

Eine Machete, auf der Insel Negros Lading oder Sundang genannt, ist ein ca. 50 cm langes und rund 10 cm breites, sehr scharfes Messer. Auf den Philippinen gibt es eine große Vielfalt unterschiedlicher Machetenarten, die je nach Region und speziellem Einsatzzweck in der Landwirtschaft variieren. Für die Kleinbauern in den Bergen ist sie das unverzichtbare Hauptwerkzeug für die tägliche Arbeit auf den Feldern.

Die Kinder wachsen in den Bergen von klein auf mit der Machete auf und lernen schon früh, verantwortungsvoll mit diesem Arbeitsgerät umzugehen.

Die Kinder wachsen in den Bergen von klein auf mit der Machete auf und lernen schon früh, verantwortungsvoll mit diesem Arbeitsgerät umzugehen.

Exkurs: Die Wunderwaffe Leguminosen

Bei den verwendeten Pflanzen handelt es sich um Leguminosen (Hülsenfrüchtler). Diese Heckenpflanzen besitzen die besondere Eigenschaft, über Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln den Luftstickstoff zu binden und in pflanzenverfügbare Nährstoffe umzuwandeln. Beim Kompostieren des Schnittguts zwischen den Heckenreihen werden diese wertvollen Nährstoffe wieder frei und düngen die bestehenden Pflanzen ganz natürlich.

Die dickeren, abgeschnittenen Äste wurden direkt wieder als Stecklinge in den Boden gesetzt.

Die dickeren, abgeschnittenen Äste wurden direkt wieder als Stecklinge in den Boden gesetzt.

 

Wie der Rückschnitt Schritt für Schritt zur Terrassierung führt

Das zwischen die zwei Heckenreihen gelegte Schnittgut erfüllt noch einen zweiten, mechanischen Zweck: Es macht die Basis der Hecke noch dichter. Wenn nach Starkregen das Wasser den Hang hinabfließt, wird seine Geschwindigkeit durch diese dichte Barriere stark abgebremst.

Im Wasser mitgeführte Erdteile lagern sich dadurch noch besser vor und zwischen den Heckenreihen ab. Über die Zeit steigt das Bodenniveau an dieser Stelle an – das Gelände terrassiert sich langsam von selbst. Je geringer die Hangneigung wird, desto langsamer fließt künftiges Regenwasser ab und desto weniger wertvolle Erde kann weggespült werden.

Das zwischen die zwei Heckenreihen gelegte Schnittgut macht die Basis der Hecke noch dichter und verringert somit die Geschwindigkeit des Wassers nach einem Starkregen.

Das zwischen die zwei Heckenreihen gelegte Schnittgut macht die Basis der Hecke noch dichter und verringert somit die Geschwindigkeit des Wassers nach einem Starkregen.

 

Ein nachhaltiger Erfolg durch praktische Umweltbildung

Die Kinder hatten großen Spaß daran, das Erlernte direkt in die Praxis umzusetzen und die Hecken selbstständig zu pflegen. Sie haben hautnah erlebt, wie man mit einfachen, vor Ort verfügbaren Mitteln einen hocheffektiven und nachhaltigen Schutz gegen Bodenerosion aufbauen kann. Als Teil unserer Bildungsarbeit stärken solche Workshops das Bewusstsein für die eigene Umwelt und befähigen die Kinder, als Gestalter einer nachhaltigen Zukunft in ihren Dorfgemeinschaften mitzuwirken.