Station 2: Besuch bei der Yared High School in den Bergen von Negros
10. August 2018; Cambagahan; Bais City; Negros; Philippinen. Bildung ist Hilfe zur Selbsthilfe – [Hilfe zur Selbsthilfe bezeichnet das Prinzip, das Maßnahmen zu Grunde legt, die den Not leidenden Menschen dazu befähigen, sich selbst zu helfen.] Die Reise zu unserer zweiten Station, der Yared High School, einer unserer Partnerschulen im entlegenen Bergland von Bais begann mit einer Autopanne. Auf den Philippinen gibt es weder TÜV noch ADAC, so muss man mit solchen Widrichkeiten immer rechnen und sich selbst zu helfen wissen. Unser philippinisches Begleitteam konnte den geplatzten Reifen dann auch schnell wechseln. Einen Ersatzreifen hatten wir zum Glück im Gepäck. Beim Reifenshop am Straßenrand gabs noch eine Luftfüllung und weiter ging es die Berge hinauf. Auf den Philippinen haben die Menschen unterschiedliches Ansehen, je nach ihrer Herkunft. Vereinfacht gesagt steigt das Ansehen der Menschen, je näher sie an der Küste wohnen. An den Küsten befindet sich die Industrie, die großen Städte und die besser bezahlten Arbeitsplätze. Dort lebt auch die Mehrzahl der politisch einflussreichen spanischstämmigen Minderheit. Ferdinand Magellan erreichte die Philippinen im Jahr 1521. Damit wurde die Inselgruppe ins Kolonialreich Spaniens intergiert und bekam infolge dessen zu Ehren des damaligen Spanischen Königs Philipp II. den Namen Philippinen. Im 16. Jahrhundert gründeten chinesische Händler Niederlassungen auf den Philippinen und vermischten sich mit der einheimischen Bevölkerung. Bis heute spielen diese eine große wirtschaftliche Rolle. Mit ihnen trieben die spanischen Kolonialisten extensiven Handel, wobei Silber aus Südamerika nach China verschifft wurde und im Austausch dafür Seide und Keramik nach Europa. Manila war zu dieser Zeit einer der wichtigsten Warenumschlagplätze der Welt. Die Mehrzahl der heutigen philippinischen Bevölkerung hat ostasiatische Wurzeln aus einer weit früheren Einwanderungswelle, die das Inselreich vor etwa 3.000 Jahren über das chinesische Festland erreichte und weiter über Indonesien bis nach Madagaskar reichte. Diese Völker brachten wohl auch den Reis mit, der bis heute das Grundnahrungsmittel auf den Philippinen ist. Vor etwa 30.000 Jahren gab es aber bereits Einwanderungswellen, die heute als die Negritos bekannt sind. Diese Jäger- und Sammlergesellschaften wanderten weiter bis Australien und stellen heute die Ureinwohner der Südostasiatischen Region dar. Warum ist dieser historische Hintergrund für die Arbeit von maninoy wichtig? Die Ureinwohner wichen im Laufe der Geschichte den folgenden Einwanderern immer weiter aus und siedelten dort, wo die Lebensbedingungen schwieriger wurden. Nämlich an den unergiebigen Randgebieten vorwiegend in den Bergregionen. Bis heute haben diese ethnischen Minderheiten kaum Zugang zum politischen Leben, Bildung und Infrastruktur und leben in abgelegenen Bergtälern als Tagelöhner oder einfache Bauern quasi von der Hand in den Mund. Sie sind auch kaum organisiert, so dass eine Verbesserung ihrer Situation relativ aufwendig ist. Maninoy setzt hier wiederum an der Förderung der Bildungsinfrastruktur an und unterstützt gezielt Schulen in den Bergregionen, zu denen die ethnischen Minderheiten Zugang haben. Eine dieser Schulen ist die Yared High School in Cambagahan. Die Schüler stammen häufig von den Negritos ab. Mit Unterstützung der Entwicklung abgelegener Schulen bekommen die Absolventen eine bessere Ausbildung und haben damit mehr Chancen auf einen fairen Arbeitsplatz und ein selbstbestimmtes Leben. Beim Besuch in der Yared High School beschlossen wir mit der Schulleitung zukünftige Fördermaßnahmen und organisierten für alle 250 Schüler im Rahmen des staatlichen „Feeding Programs“ ein abwechslungsreiches Mittagessen. Außerdem übernahmen Schüler Baumpatenschaften im Rahmen des maninoy Aufforstungsprogramms von Bergregenwäldern – www.maninoy.de/projekte/wiederaufforstung-von-regenwald/ . maninoy-Baumpflanzaktion an der Yared High School auf der Insel...
MehrStation 1: Besuch der Partnerschulen im Tiefland von Bais
„Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern.“ – Chinesisches Sprichwort 9. August 2018; Bais City; Negros; Philippinen. In der Entwicklungszusammenarbeit ist seit langem bekannt, dass die Förderung der Bildung den größten Entwicklungserfolg in Verhältnis zum eingesetzten Fördergeld bewirkt. Deshalb verbessert maninoy die Bildungsinfrastruktur philippinischer Schulen mit Lehrmittel wie Tische, Bänke, Tafeln aber auch Lernmittel wie Schulbücher, Hefte, Schreib- und Schulprojektmaterial. Viele philippinische Schulen sind marode und schlecht ausgestattet, die Lehrmittel sind entweder alt oder garnicht vorhanden. maninoy steht den Schulen als Partner zur Seite und möchte Abhilfe schaffen, denn nur mit dem richtigen Werkzeug und im entsprechenden Umfeld können philippinische Mädchen und Jungs eine gute Ausbildung erhalten. Mit dem fortschreitenden Klimawandel treten auch die zerstörerischen Taifune immer häufiger auf und entwickeln sich auf ihrem Weg immer öfter zu „Monstertaifunen“, die vor allem die klapprigen Bambushütten, aber auch Steinhäuser und Schulgebäude weit mehr beschädigen, als noch vor einigen Jahrzehnten. Der ansteigende Meeresspiegel macht den Filipinos, die auf 7000 Inseln verstreut leben, zusätzlich zu schaffen. Auch hier hilft maninoy durch die Schulpartnerschaft beim Wiederaufbau von Schulgebäude, wie beispielsweise im November 2013 nach einem Taifun auf der Insel Leyte. Nach unserer Ankunft in Manila war unsere erste Station die Stadt Bais City auf der Insel Negros. Dort unterstützt maninoy seit 2016 fünf Partnerschulen im Tiefland von Bais. Die Dauis Grundschule hat dabei den Sprengel mit der ärmsten Bevölkerung. Sie liegt an der Küste zwischen Fischteichen und Zuckerrohrfeldern. Bais City ist einer der größten Zuckerproduzent der Insel Negros mit einer über 100 Jahre alten Geschichte der industriellen Zuckerproduktion. Kultiviert wird das Zuckerrohr auf den Philippinen schon gute 3000 Jahre und wurde mit der Ankunft der Spanier im 15. Jahrhundert stetig intensiviert. Die Eltern vieler Schüler unserer Partnerschulen sind daher seit Generationen mit der Zuckerproduktion und dem spanischen Kolonialismus verbunden. Die Familien, die sich entlang der Zuckerrohrfelder rund um die Dauis Grundschule angesiedelt haben, arbeiten in der Erntezeit auf den Zuckerrohrplantagen der spanischstämmigen Großgrundbesitzer. Das ist oft pure Handarbeit bei geringer Bezahlung. Jede Zuckerrohrstange wird mit einer Machete per Hand geschnitten und für den Transport zur nahen Zuckermühle abgelegt. Wenn das Zuckerrohrfeld abgeerntet ist, müssen sich die Feldarbeiter nach einer anderen Arbeit umsehen. Rund um Dauis ist das häufig der Fischfang an der nahegelegenen Küste. Aber die Fischbestände schrumpfen aufgrund der Überfischung durch die ausländischen Fischfangflotten immer mehr, die armen Küstenfischer bringen immer kleinere, jüngere Fische auf den Markt. Der familiäre Hintergrund der Dauis-Schüler ist daher landwirtschaftlich geprägt, das Einkommen sehr niedrig. So gibt es in der Dauis Grundschule auch ein staatlich unterstütztes „Feeding-Program“. Das ist zur Nahrungsergänzung ein tägliches Mittagessen für die Schüler, die aufgrund der oft schlechten finanziellen Situation zu Hause nicht genügend abwechslungsreiches Essen auf den Tisch bekommen. Oftmals gibt es daheim nur eine Portion Reis mit einem Löffel Fischpaste. Das „Feeding-Program“ gleicht diese einseitige Ernährung mit vorwiegend Gemüsegerichten aus. Das Gemüse wird auf dem 20 Minuten entfernten Markt in Bais gekauft. Um das „Feeding-Program“ zu unterstützen, hat maninoy der Schule einen Kühlschrank gespendet. Seither können das Gemüse und übrige Gerichte kühl gelagert werden und verderben beim feucht-heißen philippinischen Klima nicht mehr so schnell. Tägliche Einkaufsgänge sind nun nicht mehr nötig, so dass sich die Schule Zeit und Geld spart, die sie wieder in die Ausbildung der Kinder und in die Ausweitung des „Feeding-Program“ steckt. Nach der Dauis Grundschule hat das maninoy-Team auch die Schüler der vier anderen Partnerschule in Bais City besucht, sich mit der Schulleitung getroffen und den weiteren Ausbau der Bildungsinfrastruktur abgestimmt. Mit der Grundschule LaPaz wurde außerdem ein Aufforstungsprojekt vereinbart, bei dem Schüler junge Tropenbäume...
MehrProjektreise zum 10-jährigen Gründungsjubiläum vom maninoy e.V.
John F. Kennedy sagt: „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: Keine Bildung“ 8. August 2018; Manila; Philippinen. Vor fast genau 10 Jahren haben sich engagierte Köpfe getroffen und sich zum Ziel gesetzt, die Bildung und ökologische Entwicklung auf den Philippinen zu unterstützen und den Menschen vor Ort als Partner zur Seite zu stehen. Der Verein maninoy e.V. wurde im Juli 2008 in Pfaffenhofen an der Ilm gegründet. Seither ist viel Gutes passiert und vor allem die Nachhaltigkeit unseres Tuns war immer ein wesentlicher Punkt unserer Arbeit. Einige Projekte wurden in die Selbständigkeit entlassen, andere benötigen nur noch wenig Unterstützung und wieder andere stehen noch am Anfang und brauchen noch viel Abstimmung mit den einheimischen Projektpartnern, um von selbst zu laufen. Nun wurde es wieder einmal Zeit, die Menschen vor Ort auf den philippinischen Inseln zu besuchen und zu sehen, was sich seit unserem letzten Besuch getan hat und wo der Schuh bei der Umsetzung der gemeinsamen Ziele drückt. Zum 10-jährigen Gründungsjubiläums wollten wir außerdem allen philippinischen Partnern und Patenfamilien für die gute Zusammenarbeit danken. Unser Besuch beginnt in Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Einem Ort mit einer der größten Menschenansammlungen der Welt. Ein Ort der Gegensätze, wo Armut und Reichtum direkt nebeneinander existieren. Wo viele Kinder ohne Schule auf der Straße aufwachsen und leben und später wieder Familien gründen. Hier wird uns wieder einmal bewusst, wie wichtig Bildung ist. Bildung ist der erste Schritt aus der Armut hin zu einem selbstbestimmten...
MehrEin bunter Markttag im Zeichen der Agenda 2030
21. April 2018; Pfaffenhofen a. d. Ilm; Bei Sonnenschein und fast tropischen Temperaturen fühlten sich unsere philippinischen Helfer pudelwohl, als wir gestern beim „bunten Markt der 17 Agenda 2030-Ziele für nachhaltige Entwicklung“ auf dem Pfaffenhofener Hauptplatz unseren Infostand betreuten. Maninoy und die Agenda 2030 Der Verein maninoy Patenschaft Philippinen e.V. beteiligt sich bei der Umsetzung der Agenda 2030 und arbeitet speziell an der Umsetzung von Ziel 17 – Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen – und Ziel 4. – Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern. Unsere konkreten Umsetzungsprojekte sind Ausbildungspatenschaften für philippinische Kinder und Verbesserung der Bildung und Bildungsinfrastruktur. Maninoy stellt sich vor Während wir am maninoy-Marktstand die Bürger über unserer Arbeit informierten, wurde maninoy zusammen mit den anderen Agenda-2030-Akteuren auf die Veranstaltungsbühne gebeten, um den Verein und seine Ziele vorzustellen. Maninoy bekennt sich zur Agenda 2030 Im Anschluss an den Bühnenauftritt unterzeichnete maninoy die Pfaffenhofener Nachhaltigkeitserklärung. Damit erkennt maninoy die Agenda 2030 und die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen offiziell an und erklärt sich bereit, die Agenda-Ziele umzusetzen. Ausstellung im Rathaus Der Verein maninoy ist auch Bestandteil einer Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit in Pfaffenhofen, die ab Samstag, 21. April im Pfaffenhofener Rathaus eine Woche lang zu sehen...
Mehrmaninoy informiert auf dem Bunten Markt in Pfaffenhofen a.d. Ilm
Am Samstag, 21. April 2018 findet von 9 bis 13 Uhr auf dem Hauptplatz in Pfaffenhofen a. d. Ilm ein „Bunter Markt“ statt. Dabei verwandelt sich parallel zum Wochenmarkt der Platz vor dem Rathaus in einen „bunten Marktplatz der 17 Agenda-2030-Ziele für nachhaltige Entwicklung“ mit über 25 Aktionsbereichen und Marktständen. Außerdem präsentieren sich die Pfaffenhofener Vereine und Organisationen, die bereits an der Umsetzung konkreter Agenda-2030-Ziele auf lokaler Ebene arbeiten. Mit dabei ist das maninoy-Team mit einem Marktstand, an dem wir darüber informieren, wie wir unseren Beitrag zur Umsetzung der Agenda-2030-Ziele leisten. Dabei gehts bei maninoy konkret darum, wie wir die Bildungsituation der armen Kinder und Jugendlichen auf den Philippinen verbessern (Ziel Nr. 4) und wie wir globale Partnerschaften pflegen (Ziel Nr....
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